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Als Silky bei uns am 05.03.2005 einzog ahnten wir noch nicht, was die nächsten 2 Jahre auf uns zukommen sollte. Wir hatten in den Wochen vorher alle Tierheime der Umgebung abgeklappert, aber erst ein Blick auf die HP des Tierheimes Rüsselsheim, verriet mir, dort wartet ein roter Cockerspaniel auf ein neue Familie. Eigentlich hatte ich einen Pudel oder Pudelmix im Kopf gehabt, möglichst eine Hündin, aber die Beschreibung des Cockers hörte sich viel versprechend an und diese Rasse hatte auch schon von jeher meine Gnade.

Was uns gewundert hat, warum war uns dieses Prachtexemplar von einem Cocker Spaniel bei unserem Besuch nicht aufgefallen? Hatten wir Tomaten auf den Augen gehabt? Ein Besuch in Rüsselsheim brachte schnell die Lösung. Silky war so durcheinander im Tierheim, dass er sich nicht durch die Hundeklappe getraut hatte, die den beheizten Innenbereich vom Außenbereich trennt. Da man als Besucher nur diesen Außenbereich sieht, war uns Silky nicht aufgefallen. Aber dank Internet wurden wir doch noch auf ihn aufmerksam.


Wir sind also am 04.03.05 nach Rüsselsheim gefahren und haben einen ersten Spaziergang mit ihm unternommen. Es war eine Tortur. Einen kräftigen knapp 2jährigen Cockerspaniel an einer normalen Lederleine mit Halsband durch die Gegend zu führen, der nur wie irre durch die Gegend zerrt, war kein Spaß, weder für die 2-Beiner, noch für den 4-Beiner.
Wir 3 haben es tapfer durch gestanden, zumal der kleine Mann sich ansonsten uns gegenüber freundlich bis desinteressiert gab. Nach einem 2. Spaziergang am 05.03.05 beschlossen wir zu fragen, ob wir ihn probehalber mal mitnehmen dürfen. Normalerweise muss, man vorher 3-4 mal mit dem Hund Gassi gehen, aber wir haben es nicht über das Herz gebracht, den Kleinen wieder in den Zwinger zurückzuschicken.


Nach einer kurzen Diskussion zwischen den Damen des Tierheimes bekamen wir die Erlaubnis. Unsere erste Amtshandlung war, eine gescheite Laufleine zu kaufen, den die kleine, leichte Laufleine von Felix hätte Silky ziemlich schnell platt gemacht, da er beim Gassi nach wie vor einer kleinen Dampflok gleich durch die Gegend marschiert. Ein Geschirr hatten wir noch von Struppi, der etwa die gleiche Größe wie Silky hatte.


Schon als er in unser Auto einstieg, fing Silky sichtlich an aufzublühen. Ihm war wirklich alles recht, Hauptsache er musste nicht mehr zurück ins Tierheim und in den Zwinger. Innerhalb weniger Tage zeigte Silky mehr und mehr, wie froh er war, wieder in einer Wohnung zu wohnen, ein Körbchen zu haben und Menschen für sich alleine.


Am 12.03.2005 kam dann eine Dame aus dem Tierheim bei uns vorbei, machte die Vorkontrolle und wir unterschrieben den Vertrag. Silky gehörte nun offiziell zu unserer Familie.


In der Folgezeit zeigt sich, dass Silky nicht ganz so unkompliziert war, wie wir es zu Anfang angenommen haben und wie es uns das Tierheim suggerieren wollte, wobei ich auch nicht weiß, was dort über das wirklich Vorleben von Silky bekannt war. Einige Monate nachdem Silky bei uns eingezogen war, nahm eine junge Frau zu mir Kontakt auf, die Silky auf der HP erkannt hatte und in der Nachbarschaft der Vorbesitzer gewohnt hatte. Was ich hier in einem Telefonat erfahren habe, warf auf viele Verhaltensweisen von Silky ein neues Licht und half uns doch sehr, ihn besser zu verstehen.


Unter anderem erfuhren wir, dass er als 5 !! Wochen alter Welpe aus Spanien mitgebracht worden war und in einer Familie mit 2 Kindern gelebt hat. Scheinbar hatte ihn eines der beiden Kinder geärgert, in dem es ihm z.B.. das Futter weg genommen hat, was seinen wirklich extremen Futterneid erklärt. Aufgrund der Tatsache, dass Silky geradezu panische Angst bekam, wenn Holger Abends spät, wenn es draußen schon dunkel war, vermuten wir, dass es bei den diesen Aktionen irgendwann mal zu Beißereien gekommen sein musste und Silky dann Abends, wenn der Herr des Hauses nach Hause kam, seine Abreibung dafür kam. Das er dazu auch noch freundlich hergerufen wurde zeigt die Tatsache, dass er manchmal, wenn man ihn freundlich mit Namen anspricht regelrecht erstarrt, ganz erschreckt schaut und nur noch darauf wartet, mit welcher, für ihn unverständlichen Aktion ihn die 2-Beiner jetzt wieder unangenehm überraschen.


Nachdem wir im Laufe von fast 3 Jahren zusammen durch einige Tiefen gegangen sind, haben Silky und wir uns ganz gut zusammen gerauft. Nicht zuletzt durch seine Kastration im Oktober 2007 hat sich Silky inzwischen in einen für seine Verhältnisse entspannten und freundlichen Hund verwandelt, der Freude am Leben hat. Auch wenn es doch immer mal wieder Situationen gibt, bei denen man merkt, dass wieder die Monster der Vergangenheit hochschlagen.


Fremden Menschen gegenüber ist und bleibt Silky allerdings super misstrauisch. Zwar geht er schon manchmal freundlich auf Fremde zu, aber sobald er sich in irgendeiner Art und Weise bedroht fühlt, kann es sein, dass er alle guten Vorsätze vergisst und zulangt. Deshalb gilt für uns Fremden gegenüber die Devise “Berühren verboten, sonst Löcher in den Pfoten!”