1980 - 1996
Einige Monate nachdem wir Ossi aus dem Tierheim geholt hatten, wurde mein damaliger Freund von einem Kollegen angesprochen. Der Kollege hat tags zuvor eine Münsterländer-Mischlingshündin auf der Straße aufgelesen. Da er gesehen hatte, wie sie aus dem Kleinbus eines stadtbekannten "Hundezüchters" sprang, der Hunde für einen Pharmakonzern produzierte (von züchten kann man da ja nicht reden), hatte er die Hündin einfach mitgenommen. Leider durfte er keine Hunde in seiner Wohnung halten und so suchte er ein neuen Zuhause für sie.
Wir haben uns dann die Hundedame angeschaut und es war sofort um uns geschehen. Dieser kleine, dürre, dreckige Hund mit den wunderschönen Augen sollte ein schönes Zuhause bekommen. Eine Ahnung davon, wie schlimm die Hündin dran war, zeigt das erste Bild der Fotogalerie. Wie dreckig sie damals war, sieht man auf dem Foto nicht, aber das Fell war gelb/schwarz und nicht weiß/schwarz.
Da wir einen Rüden hatten und nicht wussten, wann Cora heiß werden würde, musste sie als erste Amtshandlung kastriert werden. Bei dieser Operation zeigte sich schon, wie zäh sie in Wirklichkeit war, denn schon einige Stunden nach der Operation wollte sie unbedingt raus und ist tapfer ein Stück gassi gegangen. Auch später hatte Cora nie gesundheitliche Probleme. Sie neigte zwar immer ein bisschen zur Hysterie und wenn irgendwas passierte, ging das immer mit viel Geschrei von ab, aber im Grunde war sie hart im nehmen und längst nicht so empfindlich wie es auf den ersten Blick schien.
Leider war sie wohl auch ziemlich schlecht behandelt worden, so dass sie anfangs total ängstlich reagierte, wenn man irgendwelche Gegenstände in der Hand hatte. Sie stand einmal in der Küche neben mir und ich habe gedankenverloren mit dem Gasanzünder in der Hand nach ihr gegriffen, um sie zu streicheln. Völlig entsetzt und verängstigt, fiel Cora in sich zusammen und lag zitternd auf dem Boden. Sie hat diese Angst zwar mit der Zeit abgebaut, aber total verloren hat sie es nie. Sie blieb zeit ihres Lebens immer ein freundlicher und umgänglicher, aber auch sehr vorsichtiger Hund.
Cora begleitete mich mit ihrem stillen und ausgeglichenen Wesen 14 Jahre lang und als sie im Februar 1996 nach einem Schlaganfall mit ca. 16. Jahren eingeschläfert wurde, hatte ich eine wirkliche Freundin verloren. Felix trauerte sehr, so dass wir uns schleunigst nach einem neuen Hund umsahen und so kam Struppi zu uns.



























