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Zubereitung

Nach so viel Theorie jetzt zur Praxis. Um es noch mal klarzustellen, nach den folgenden Angaben ernähre ich meine Hunde. Es gibt beim Barfen durchaus auch andere Konzepte, die natürlich genauso gut oder schlecht sind wie mein Konzept. Jeder, der sich mit der Selbstzubereitung von Hundenahrung beschäftigt, sollte sich umfassend informieren und dann entscheiden, welchen Weg er geht.

Eine Grundregel der Rohfütterung, die ich mir persönlich zueigen gemacht habe, ist "Sorge für Abwechslung!". Abwechslung sorgt dafür, das die Ernährung nicht einseitig wird, ohne das man gezwungen wäre, ständig mit Schreibblock und Taschenrechner bewaffnet in der Küche zu stehen. Davon abgesehen, finde ich es eigentlich sinnlos, die Nährwerte und Inhaltsstoffe von Fleisch und den anderen Zutaten ermitteln zu wollen, denn diese sind viel zu sehr abhängig davon, wie die Tiere, deren Fleisch man verfüttert gehalten und ernährt wurden und wie das Obst und Gemüse heran gezogen wurde.
Im Grunde gilt für die Ernährung unserer Hunde das Gleiche wie für uns Menschen, abwechslungsreiche und auf unseren Körper abgestimmte Nahrung garantiert eine gesunde Ernährung.

 

Das Fleisch

Hier ist eigentlich erlaubt, was beliebt. Meine Cockerspaniel lieben Geflügel in jeder Form über alles, auch Rindfleisch, Pferd, Lamm und Wild wird nicht verschmäht. Außer Kaninchenfleisch, damit kann ich sie nicht hinter dem Ofen hervorlocken. Ein absolutes Highlight ist Seelachsfilet.

Schweinefleisch füttere ich nicht. Zwar ist bei deutschen Schweinen der Aujetzky-Virus kein Thema mehr, aber man weiß nicht, aus welchem Land das gerate angebotene Schweinefleisch kommt und von daher ist es nicht sicher, das es diesen, für Hunde tödlichen und für Menschen völlig ungefährlichen, Virus nicht hat. Genauso verhält es sich mit Wildschweinfleisch. Grundsätzlich achte ich darauf, daß ich stets 3 verschiedene Tierarten in der Tiefkühltruhe habe und gewährleiste so eine abwechslungsreiche Ernährung.

Ich gestehe an dieser Stelle, dass ich beim Fleisch den Weg des geringsten Widerstandes gehe, d.h. ich bestelle mein Fleisch bei einem Tierfleischhändler im Internet, der das Fleisch portioniert und tiefgefrostet anliefert. Jemand der einen Schlachthof in der Nähe hat, kann dort sicher günstiger einkaufen, muss aber das ganze Fleisch noch portionieren und einfrieren. Da bin ich zugegebenermaßen ein bisschen faul und spare mir die Arbeit.

Grundsätzlich versuche ich ganze Fleischstücke zu füttern. Ab und an gibt es auch gewolftes Fleisch, den darunter kann ich dann den Obst und Gemüse-Anteil mischen. Wobei ich auch mal den Gemüsebrei pur füttere, diesen dann aber mit Lachsöl "würze", sonst frißt Velvet den Gemüsebrei nicht.

Was ich grundsätzlich gewolft füttere ist grüner Pansen, denn da ich in der Wohnung füttere, ist es doch angenehmer für die menschliche Nase, wenn der gewolfte Pansen ratzfatz aufgefuttert ist. Man gewöhnt sich sich übrigens schnell an den Geruch und inzwischen finde ich es gar nicht mehr sooooo schlimm.

Innereien wie Leber und Niere sollten auch ab und zu gefüttert werden. Da es sich aber um Entgiftungsorgane handelt, sollte man diese nicht zu oft füttern. Da Innereien leicht zu Durchfall führen kann, kann man diese gut nach einer Knochenmahlzeit füttern.

 

Knochen

Viele Fertigfutterfütterer schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, wenn man sagt, daß man Knochen füttert und dann auch noch Geflügel!! und roh!!. Hier muss erst mal mit einem Vorurteil aufgeräumt werden, nicht der Geflügelknochen ist gefährlich und splittert, sondern jeder erhitzte Knochen splittert. Durch die Hitze werden die Knochen spröde, splittern und werden gefährlich. Deshalb eine weitere Barfgrundregel, niemals gekochte Knochen füttern.

Um den täglichen Kalziumbedarf eines Hundes von etwa 50mg/kg Körpergewicht zu decken, sind Knochen aber die beste Alternative. Man kann diesen Bedarf aber auch durch Zufütterung von gemahlenen Eierschalen, Knochenmehl, Algenkalk und/oder Kalziumcitrat decken oder die Knochenfütterung ergänzen.

Am Anfang habe ich mit der Knochenfütterung auch etwas schwer getan, viel zu groß war meine Angst vor dem so genannten Knochenkot, der zu Verstopfungen führen kann. Das ist auch für den Umsteigerhund richtig, denn die Verdauung, die an Trokenfutter und Dosenfutter gewöhnt ist, muß sich erst auf die neue Ernährung, speziell die Knochen, einstellen. Außerdem muß der Hund erst erlernen, wie man diese Knochen richtig zerkaut und frißt. Deshalb, besonders am Anfang, den Hund nie alleine mit einem Knochen lassen, sondern immer dabei bleiben und ihn beobachten.

Man beginnt deshalb mit relativ weichen Knochen, wie Hühner- und Putenhälse, steigert dann langsam mit Hühnerflügeln und -schenkeln oder auch die relativ weichen Sandknochen von Rindern bzw. Kälbern, bis man dann irgendwann normale Knochen füttern kann. Der Hund muß nämlich auch erst wieder lernen Knochen zu fressen. Grundsätzlich gilt, je jünger das Futtertier, desto weicher und kalziumreicher sind die Knochen. Im ersten Jahr habe ich noch die oben genannten Alternativen hinzugefüttert. Inzwischen erhalten meine Hunde etwa jeden 2. Tag eine Mahlzeit mit Knochen, so daß ihr Bedarf gut gedeckt ist.
Ganz nebenbei sind Knochen auch noch eine gute Beschäftigung für den Hund und dienen dazu die Kaumuskulatur zu stärken und zu trainieren. Meine Nasen machen inzwischen vor ganzen Hühnerkarkassen nicht halt, im Gegenteil sind sie damit fertig schaut man in glückliche und zufriedene Cockergesichter.

 

Obst und Gemüse

Die meisten Obst- und Gemüsesorten eigenen sich zur Verfütterung an den Hund. Obst und Gemüse müssen gut püriert gefüttert werden, um es unseren Hunden zu ermöglichen, die Nahrung zu verwerten. Es gibt allerdings ein paar Ausnahmen, die sich nicht zur Verfütterung eigenen und die man unbedingt beachten sollte.

Beim Gemüse sollten die Nachtschattengewächse, wie Kartoffeln, Tomaten, Paprika, Peperoni und Auberginen nicht verfüttert werden, denn sie enthalten das für den Hund giftige Solanin. Bei sehr reifen Tomaten und roten, gelben oder orangenen Paprika kann eine Ausnahme gemacht werden. Diese können in Maßen gefüttert werden. Niemals gefüttert werden sollten Peperoni, rohe Kartoffeln, grüne Paprika, Auberginen und grüne Tomaten.

Bei den Avocados gibt es einige Sorten, die das für den Hund tödliche Toxin Persin enthalten. Da man nie sicher sein kann, welche Avocadosorte man nun in Händen hält, sollte auch auf sie in der Hundeernährung komplett verzichtet werden.
Vorsichtig sollte man auch bei der Verfütterung von Hülsenfrüchten sein, denn die können, wie bei uns Menschen zu starken Blähungen und Magenkrämpfen führen. Bohnen sind roh ebenfalls giftig und führen bei Mensch und Tier zu Magen-Darm-Beschwerden.

Die Fütterung von Kohlsorten sollte man langsam angehen und mit kleineren Mengen ausprobieren, ob der Hund sie verträgt oder nicht, den Blähungen sind weder für die Menschen noch für die Hunde wirklich schön.

Unter den verbleibenden Gemüsesorten herrscht freie Auswahl. Auch hier gilt, wie beim Fleisch, die Abwechslung macht es. Dadurch ist gewährleistet, daß eine ausgewogene Nahrung gefüttert wird.

Auch die verschiedenen Salatsorten eigenen sich bestens als Ergänzung. Hier, wie bei Obst und Gemüse sollte man sich nach den jeweiligen saisonalen Angeboten richten.

Bei Obst sollte man auf Holunderbeeren, Weintrauben und Quitten verzichten. Diese sind nicht zur Fütterung geeignet. Obst sollte immer sehr reif oder sogar überreif sein. Niemals darf verschimmeltes Obst gefüttert werden. Selbstverständlich müßen unverdauliche Schalen, wie bei Bananen und die Steine von Steinfrüchten vor dem Füttern entfernt werden. Auch hier gilt wieder der Grundsatz der Abwechslung und das man das beste Obst dann bekommt, wenn es Saison hat.

Auch Kräuter eignen sich natürlich zu Verfütterung. Man sollte sich aber, besonders bei Wildkräutern immer darüber im klaren sein, daß einige auch als Arzneimittel Verwendung finden. Bei Wildkräutern sollte man sich wirklich auskennen, mein Gebiet ist dies nicht, so daß ich bei Kräuter auf die jeweiligen Angebote des örtlichen Supermarktes zurück greife.

 

Milchprodukte

Außer Milch, deren Lactose von dem meisten Hunden nicht vertragen wird, eigenen sich Milchprodukte hervorragend zur Nahrungsergänzung. Dickmilch, Buttermilch, Quark, Naturjoghurt, aber auch Kefir und Hüttenkäse werden von dem meisten Hunden gerne angenommen und sind gut geeignet das Hundefutter wertvoll zu ergänzen.

 

Öle

Auch eine Gabe an Öl, sollte beim Hundefutter nicht fehlen. Besonders geeignet sind Öle, die die wertvollen Omega-3-Fettsäuren enthalten. Hierzu zählen:

  • Lachsöl
  • Dorschöl
  • Fischöl (das meistens eine Mischung aus verschiedenen Fischölen ist)
  • Distelöl
  • Hanföl
  • Kokosöl
  • Leinöl
  • Rapsöl
  • Walnusöl
  • Weizenkeimöl (das zwar einen hohen Omega-6-Fettsäurengehalt hat, aber reich an natürlichem Vitamin E ist)

 

Sonstiges

Meine Hunde erhalten öfter mal einen Schuß Honig über ihr Futter. Im Winter in der Erkältungszeit auch mal einen Schuß Fenchelhonig. Außerdem gibt es einmal die Woche pro Hund ein Ei, komplett mit Schale, die aber gemahlen werden muß (Mörser oder alte Kaffeemühle).