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Bleibt jetzt eigentlich nur noch die Frage nach der Menge, die gefüttert werden sollte. Als Faustregel und als Einstiegsmenge sollte man 2% des Körpergewichtes rechnen. Das bedeutet z.B. bei einem 15 kg schweren Hund wie meinem Silky eine tägliche Futtermenge von 300gr.
Diese Futtermenge muß nun aufgeteilt werden in einen Fleisch/Knochenanteil und einen Obst/Gemüseanteil. Ich füttere meisten 80/20, das bedeutet 80 % der Futtermenge sind bei mir Fleisch und Knochen, 20% sind Obst, Gemüse und Zusätze wie Milchprodukte, Öl, Eier usw. Der Knochenanteil sollte etwa 10 % der Fleischration betragen.
Man kann natürlich auch in einem Verhältnis 70/30 füttern und/oder einen Teil des Obst und Gemüseanteils durch Getreide ersetzen. Ich persönlich füttere grundsätzlich kein Getreide, da ich der Meinung bin, das Hunde kein Getreide für ihre Ernährung benötigen. Das ist aber meine persönliche Meinung und es gibt durchaus Menschen, die Getreide für eine notwendige Ergänzung in der Hundeernährung halten.
Ich füttere einmal am Tag. Obst und Gemüse gibt es allerdings nicht täglich. Es gibt mindestens einmal pro Woche grünen Pansen oder Blättermagen und entweder 1 x eine reine Grünzeugration oder 2 x Grünzeug gemischt mit Fleisch. Mahlzeiten mit Knochen gibt es bei mir etwa jeden 2. Tag. Wobei ich Geflügelknochen bevorzuge, da diese von meinen Hunden vollständig aufgefressen werden und meine Hunde Geflügel einfach lieben. Rindfleisch mit Knochen gibt es aber auch, je nachdem wie ich es auch in den passenden Abpackungen bekomme. Außerdem haben meine Hunde einen Fastentag in der Woche.
Noch eine Anmerkung zu der Futtermenge. Am Anfang sollte man das Gewicht des Hundes in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Es gibt Hunde, für die die 2% Futtermenge vom Körpergewicht zu wenig sind und die anfangen abzunehmen und es gibt Hunde, die mit den 2% zulegen.
Bei uns war es bis zu Silky's Kastration so, daß Silky fast 4% brauchte, um sein Gewicht zu halten und Velvet bei den 2% zur Zunahme neigte. Seit seiner Kastration reichen bei Silky auch die 2%, da sich scheinbar sein Stoffwechsel verändert hat und er das Futter besser verarbeitet.
Bei übergewichtigen Hunden sollte man 2% vom gewünschten Körpergewicht nehmen und dann durch regelmäßiges Wiegen feststellen, ob der Hund abnimmt. Wenn nicht, dann muß man die Futtermenge noch etwas senken.
Noch ein kleiner Tip für den ewig hungrigen Hund, wie es zB. auch meine Cockernasen sind. Gerade wenn der Hund etwas abspecken soll, kann es sein, daß er bei der reduzierten Futtermenge Hunger schiebt. Ich kaufe dafür im örtlichen Tiernahrungsgeschäft immer so genannten Futterpuffreis, den ich unter gewolftes Fleisch oder unter die Grünzeugration mische. Der macht satt, ohne das er einen größeren Nährwert hätte und ansetzt.
Vielleicht packt den einen oder anderen Leser, der bis hierhin noch geneigt war, sich mit dem Thema das Futter selbst herzustellen zu befassen, leichte Panik. Sieht das oben Beschriebene doch sehr danach aus, als müßte man sich doch täglich mit Taschenrechner und Schreibblock bewaffnet in die Küche begeben, um die Hundenasen richtig zu ernähren.
Aber so schlimm ist es nicht. Gerade am Anfang kommt man sicher nicht umhin mal die Küchenwaage zu befragen, einfach um ein Gefühl für die Mengen zu bekommen. Besonders dann, wenn man, wie ich, 2 Hunde hat, die doch sehr unterschiedliche Mengen fressen. Aber in kürzester Zeit bekommt man Routine und ein Augenmaß für die Mengen.
Ich habe mir am Anfang in Excel eine Art Futtertagebuch angelegt, in dem ich jeden Tag eingetragen habe, was ich an Fleisch gefüttert habe, wie viel Kalzium etwa in der Ration enthalten war und ob und wie viel Obst und Gemüse ich gefüttert habe. Das war mit wenige Mühe verbunden und hat mir am Anfang sehr geholfen, da ich mir dadurch nicht immer merken mußte, was habe ich gestern aufgetaut hatte. Außerdem hatte ich so einfach das Gefühl, den Überblick zu behalten. Ganz nebenbei habe ich auf diese Art und Weise von ganz alleine auch einen Fütterungsplan erstellt, der, sollte mal jemand anderes die Hunde versorgen müßen, für denjenigen sicher eine gute Hilfe sein wird.
Irgendwann hatte sich das Ganze so eingeschliffen, daß ich einfach aufgehört habe, das Tagebuch weiter zuführen. Heute ist für uns die tägliche Fütterung so selbstverständlich zur täglichen Routine geworden, als würden wir den Futtersack öffnen und jedem Hund einen Becher Trockenfutter geben.
Bleibt am Ende noch das Thema der Umstellung. Auch hier muß man sagen, es ist von Hund zu Hund sehr verschieden. Ich habe meine Hunde von heute auf morgen von Trockenfutter auf Frischfleisch umgestellt. Das ging bei uns völlig ohne Problem, sowohl in der Verdauung, als auch im Freßverhalten.
Meine beiden Cocker sind eh keine Kostverächter und mußten nicht lange dazu überredet werden Fleisch zu fressen. Auch das pürierte Grünzeug war zumindest bei Silky kein Problem, der frißt, was in seine Schüssel kommt und gut ist es. Velvet war da schon schwieriger, Grünzeug ohne Fleisch, nein dazu wollte sie sich anfangs nicht herab lassen. Nachdem ich verschiedene Tricks ausprobiert habe, stellte sich das Lachsöl als beste Würze heraus. Mit einem Schuß dieses, noch dazu sehr gesunden Öls, futtert mein kleines Mädel alles, ob nun Fleisch drin ist oder nicht.
Leider gibt es aber auch Hunde, bei denen die Umstellung schwerer ist. Durch die jahrelange Fertigfutterfütterung kennen viele Hunde einfach den Geschmack von Fleisch überhaupt nicht. Teilweise finden sie es eklig oder wissen schlicht nicht, wie sie einen Fleischbrocken zerkauen sollen. Von Knochen ganz zu schweigen. Bei diesen Hunden ist es natürlich schwieriger sie umzustellen. Beim Fleisch hilft es, dieses erst mal gewolft anzubieten und die Brocken dann nach und nach größer werden lassen. Wenn das rohe Fleisch nicht schmeckt hilft es, das Fleisch anzubraten und dann nach und nach immer weniger durchgebraten anzubieten. Bis sich der Hund an die neue Nahrung gewöhnt hat.
Einmal richtig auf den Geschmack gekommen, wird sicher kaum ein Hund seinem Fertigfutter nachtrauern. Meine 2 fressen zwar auch gerne mal eine Hand voll Trockenfutter, ich sag' immer mal so ein Fastfood ist okay, aber auf die Dauer würden beide sicher dankend ablehnen.
Was bei der Umstellung auch passieren kann ist, daß der Hund erst einmal Durchfall bekommt, auch das ist durchaus nicht ungewöhnlich, da sich die Verdauung auch erst auf die, für sie neue Ernährung umstellen muß. Bei einem gesunden Hund ist das aber kein Problem und regelt sich innerhalb recht kurzer Zeit von selbst ein.










