Warum B.A.R.F.?
Um diese Frage zu beantworten, müssen wir uns mal ein kleines bißchen mit der Anatomie unserer Hunde beschäftigen.
Unsere Hunde gehören zur Ordnung der Raubtiere, der Carnivoren. Das Wort Carnivora setzt sich aus den lateinischen Begriffen caro, carnis = Fleisch und vorare = verschlingen zusammen.
Das Gebiß
Schon ein Blick in die Schnauze unserer Hunde zeigt uns, daß wir es hier nicht mit einem Pflanzenfresser zu tun haben. Es wird einem schnell klar, daß es zum Fangen, Zerreißen und Zerkleinern eines Beutetieres gedacht ist.
Die großen Fangzähne dienen zum raschen Töten der Beute, die Backenzähne verfügen über scharfe Kanten, die die Fleischstücke rasch und präzise zerteilen. Pflanzenfresser haben flache Backen- zähne, deren große Fläche es ihnen ermöglicht die Nahrung zu zermahlen. Dabei beginnt der Pflanzenfresser schon im Maul mit der Zersetzung seiner Nahrung, denn pflanzliche Nahrung ist schwerer aufzuschließen als fleischliche Nahrung.
Der Fleischfresser braucht seine Nahrung deshalb nicht so stark zu zerkleinern, er schlingt seine Beute schnell und in großen Stücken hinunter. Unsere Hunde sind sogar in der Lage mühelos Knochenstücke zu durchtrennen. Die Kraft, die dafür in den Unterkiefern unserer Hunde steckt, ist enorm.
Der Speichel
Der Speichel des Hundes dient, im Gegensatz zum Speichel des Menschen, der durch Enzyme schon aktiv an der Verdauung mitarbeitet, nur dazu, die Nahrung feucht und geschmeidig zu machen und so das Schlucken zu erleichtern. Je nach Beschaffenheit der Nahrung wird der Speichel flüssiger oder schleimiger produziert. Dies wird durch Nervenreize gesteuert, die ihre Informationen an die Speicheldrüsen weiterleiten.
Der Magen
Im Magen erfolgt die mechanische und chemische Weiterverarbeitung der Nahrung. Die Magensäure, die 10 mal soviel Salzsäure enthält, wie die des Menschen, wird hier mit der Nahrung vermischt und bereitet sie auf die Weiterverarbeitung durch die Enzyme des Darmes vor. Außerdem tötet die Magensäure bis zu einem gewissen Grad Mikroorganismen ab.
Der Magen eines Pflanzenfressers, der z.B. beim Pferd im Verhältnis zum Körper- gewicht 8 mal kleiner ist als beim Hund, ist nie vollkommen leer. Der Magen des Hundes arbeitet nur dann, wenn er den Schlüsselreiz "Fleisch" bekommt. Dann wird die Produktion der Magensäure in Gang gesetzt.
Der Darm
Der Darm der Fleischfresser ist im Verhältnis nur halb so lang, als der eines Pflanzenfressers. Im Dünndarm spalten die körpereigenen Enzyme die Nahrung auf. Im Dickdarm finden, im Gegensatz zu Pflanzenfressern, kaum noch Abbauprozesse statt. Er dient der Formung des Kotes, dem hier Wasser und Elektrolyte entzogen werden. Außerdem werden im Dickdarm Ballaststoffe aufgespalten, die der Hund nicht verdauen kann. Die dabei entstehenden Gase verursachen Blähungen. Die Dickdarmflora unterstützt die körpereigenen Abwehr und die lebenswichtige Produktion von Vitaminen.
Durch die kurze Verweildauer der Nahrung im Magen-Darm-Trakt des Hundes, der zur vollständigen Verdauung von Fleisch und Knochen maximal 24 Stunden braucht, können ihnen Bakterien, Keime etc. nicht so leicht gefährlich werden. Deswegen ist ein gesunder Hund kaum anfällig für z.B. Salmonellen. Überleben diese die Magensäure, sind sie schneller durch den Darm gewandert, als das sie irgendeinen Schaden anrichten könnten.
Wie unschwer am Aufbau des Verdauungssytemes unserer Hunde zu erkennen ist, ist dieses für die Verarbeitung größerer Mengen Getreide nicht wirklich geeignet. Weder verfügt der Hund über das Gebiß, um die Getreidekörner für die Verdauung vorzubereiten, noch können Magen und Darm diese aufschließen. Davon abgesehen fehlt hier der Schlüsselreiz "Fleisch", der die Produktion der Magensäure richtig in Gang setzt. Um so erschreckender erscheint es vor diesem Hintergrund, daß z.B. Trockenfutter meistens zur Hälfte und mehr aus Getreide besteht.
Getreidereiche Mahlzeiten verweilen dadurch viel zu lange im Verdauungstrakt und durch die mangelnde Magensäureproduktion können keine Mikroorganismen abgetötet werden. Diese gelangen dadurch in den Darm und führen zu Verdauungsstörungen, Blähungen, Durchfall usw.
Der Hund benötigt also als Hauptbestandteil seiner Nahrung Fleisch, denn dieses hat für ihn die höchstmögliche Verwertbarkeit. Allerdings reicht Fleisch alleine nicht aus. Bei einer Beute wird von Fleischfressern auch ein Teil des Verdauungstraktes gefressen. Dieser enthält bereits vorverdaute und teilweise aufgeschlossene Pflanzenreste, die den Fleischfresser mit Nährstoffen versorgen, die im Fleisch nicht enthalten sind.
Beim Barfen wird zum Teil grüner Pansen gefüttert, etwas was die meisten Hunde lieben. Außerdem werden Anteile an Obst und Gemüse beigemischt. Um der Verdauung des Hundes zu ermöglichen, diese zu verarbeiten, wird deren Zellstruktur durch pürieren soweit wie möglich aufgeschlossen.
Quelle: Natural Dog Food von Susanne Reinerth










